La strada… in Stainz

Seit 16 Jahren gibt es in Graz ein großartiges Festival namens La Strada. ArtistInnen, TänzerInnen, KünstlerInnen aller Art bevölkern die Stadt.

Ein wenig zu bedauern ist, dass sich das Festival mit den Jahren verändert hat. Früher ging man in die Stadt und wurde von Aktionen der KünstlerInnen überrascht. Plötzlich ging jemand auf den Straßenfassaden spazieren, an allen Ecken und Enden ging es rund.

Mittlerweile hat sich die Qualität sehr gesteigert und es wird Straßenkunst des gehobenen Niveaus geboten. Dies hat leider auch zur Folge, dass für viele Veranstaltungen Karten gekauft werden müssen.
Trotzdem bin ich immer noch ein ganz großer La Strada Fan und nehme in der ersten Augustwoche immer Urlaub, um nichts zu versäumen und Graz so richtig zu genießen.
Und La Strada bewegt sich, dehnt sich aus und verlässt die Landeshauptstadt. Und wir folgen La Strada.
Heuer nach Stainz. Eine entzückende kleine Stadt, ca. 45 Autominuten von Graz entfernt.

RabtaldirndlnAnlass für unsere Reise waren die steirischen Rabtaldirndln, deren Wallfahrt es in Graz nicht gab. Also ab ins Gelände und auf zum „Picknick mit Erscheinung“. Gleich vorweg. Die Erwartungen einiger WallfahrerInnen wurden enttäuscht. Einige Damen im Publikum erwarteten eine Volksmusiktruppe und ein Herr wurde beobachtet, als er sich nach 5 Minuten wieder auf den Heimweg machte (Kopfschütteln inklusive). Der Rest machte sich auf den Weg und ging vom Ort der Anbetung zum Ort der Opferung, bis es schlußendlich zur Erscheinung kam. Bisweilen blieb mir das Lachen vor lauter trauriger Realität im Halse stecken – nicht nur ob des Schicksals der Uschi Kümmernis. Aber die Rabtaldirndln setzen den Weg von Uschi fort und viele gehen mit!

 

LeandreDanach wurde es uns ein wenig leichter ums Herz.
Leandre, ein spanischer Straßenkünstler, ist seit 16 Jahren auf den Straßen dieser Welt unterwegs. In Stainz begeistert er mit seinem Programm „No se“. Und wer das Programm auch in Graz gesehen hat, konnte feststellen, dass Leandre ein Meister der Spontanität und der Improvisation ist. Mit einem Augenrollen bringt er die Menschen zum Lachen und ein Mädchen auch zum Weinen. Also setzt er all seine Kräfte ein um auch diesem Mädchen noch ein Lächeln zu entlocken – und es gelingt ihm!

Nach einem gemütlichen Essen beim Eckwirt ging es zum letzten act.

 

Zygos Brass BandDie Zygos Brass Band aus Frankreich brachte den Rathausplatz zum Kochen. Eine Blaskapelle, die sich der Tradition der „Second Line“ in New Orleans verschrieben hat. Leider waren Sitzbänke aufgestellt und so traute sich das Publikum nicht aufzuhüpfen und mitzutanzen. Oder lag es am zur Band gehörenden Hip-Hop-Tänzer? Der tanzte in einem derartigen Tempo und mit einer genialen Körperbeherrschung – wer vom Publikum hätte sich da getraut zu tanzen? Wie glücklich bin ich, sie in Graz nochmals beim open dance gesehen zu haben. Da mischte sich der Tänzer inkognito ins Publikum – und dies war durch nichts mehr aufgehalten.

Stainz, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

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