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Marlene Streeruwitz – Partygirl

Veronika, der Lenz ist da! Dieses Lied ist passend für den Mai und meine Veronika im Mai ist ein Partygirl!

Streeruwitz

 

Ein verheißungsvoller Buchtitel, der Fun, Sex und mehr verspricht! Aber wer den Namen Marlene Streeruwitz als Autorin liest, der ahnt, dass es wahrscheinlich anders kommen wird. Mit ihrem Namen verbindet man Österreich und Feminismus gleichermaßen.

Das Buch ist 2002 bereits erschienen und ich bin im Besitz der Taschenbuchauflage aus 2003. Die Seiten meines Buches sind schon etwas vergilbt. Wieder mal ein Buch, dass ich haben musste und nie gelesen habe.

Wahrscheinlich weil ich mich ein wenig vor dem Lesen fürchte. Ich denke es wird genau das Gegenteil von Fun und Sex werden. Es wird viel mehr von dem „Mehr“ werden.

Der Klappentext fängt aber bereits an, mich zu interessieren. Ein Familienroman vom Jahr 2000 bis zurück ins 19. Jahrhundert reichend! Sowas mag ich!

Der Mai ist reich an Feiertagen – ich hoffe, es wird was mit dem Lesen!

 

Eva Menasse – Lässliche Todsünden… gelesen

Ein gutes Buch wird auch im richtigen Monat gelesen!

Lässliche Todsünden also… die Theologin in mir sollte sich jetzt wohl erstmals fragen, ob Todsünden lässlich sein können?

Da ich bei den meisten Geschichten allerdings nicht wirklich einen Bezug zum Titel des Buches bzw. der Erzählung herstellen konnte, lasse ich das.

Die 7 Erzählungen haben mir sehr gefallen. Sie sind in sich geschlossen, dennoch tauchen einzelne Personen an anderer Stelle wieder auf, allerdings ohne Bezug auf ihr vorheriges Erscheinen.

Es dreht sich um Menschen, um Beziehungen, um Familien, um das Seelenleben von Personen, um Männer und Frauen und Kinder, um Geld, um Tod, um Einsamkeit, um Sex.

Ich hätte den Geschichten gerne andere Überschriften gegeben, es kamen mir fast zu jeder Geschichte andere Wörter in den Sinn und fast in jeder Geschichte gab es Sätze, die mir hängengeblieben sind, über die ich gestolpert bin.

Die Trägheit kommt bei mir wie ein wenig Faulheit, Feigheit, Verzicht, aber auch wie Zufriedenheit, Bescheidenheit und Treue zu den Kindern rüber und der Held Fritz wirkt fast ein wenig symphatisch. Vor allem denkt er sich auf Seite 13

Und deshalb war er dann mitgegangen ins ‚Paradise Now‘, aus Erleichterung, aus schlechtem Gewissen und einem sich leise regeneden Allmachtsgefühl, das sich als Verantwortungsbewusstsein perfekt zu tarnen verstand.

Gefräßigkeit handelt von Martine und Fiona, im Hintergrund auch von einigen Männern und vor allem von der mangelnden Kommunikation. So vieles bleibt gedacht und nicht ausgesprochen, so vieles wird einander vorgespielt und nicht miteinander gelebt. Diese Geschichte hat mich traurig gemacht. So viele Verletzungen und kein Trost, so viel Egoismus und Ratlosigkeit – auch in mir nach dem Lesen.

Wollust – hach… Was hab ich mir da erwartet! Kriegen tut man hier einen Pfleger und eine Kranke. Für mich die widerlichste Beziehung in all diesen Geschichten. Ein Davonlaufen und Verleugnen, ein Flüchten in die Rollen des edlen Pflegers und der armen Leidenden. Und eigentlich so ein tolles Paar – nach außen.

Der Zorn von Ilka in ihrem alltäglichen Wahnsinn ist einem Satz so gut beschrieben – mehr als diesen Satz bräuchte die ganze Geschichte nicht.

Da reißt in Ilka drin mit einem leisen ‚Pling‘ diese dünne Schnur, die den blickdichten Vorhang trägt, und dahinter kommt schon der ganze Hang herunter.

Hochmut hätte ich gerne mit allein-allein überschrieben. Ein Mann, der alles hat und doch nur sein zuckendes Hirn spürt. Das Geschenk seines Freundes von Seite 143 nehm ich mir mit.

Zwischen rechts und links gibt es immer ein Geradeaus.

Neid zeigt sich in dieser Erzählung über geschiedenen Eltern, bis in den Tod hinein und noch darüber hinaus. Neid ist wohl das lächerlichste Gefühl überhaupt – so scheint es nach dem Lesen dieser Geschichte zumindest. Aber hier gilt wahrscheinlich auch der Satz auf Seite 208

Man kann erst nachdenken, wenn man Platz dafür hat.

Habgier handelt von Recht und Gerechtigkeit, von Existenzangst, von der Bescheidenheit der Frauen in Geldfragen, dem Umgang mit Forderungen, von Antisemitismus und Philosemitismus und von gelernten Österreichern.

… es wird sich schon eine Verwendung finden, man verwendet sich ja immer, wenn nicht hier, dann da. (Seite 252)

Genau darum werde ich das Buch nun weiterschenken, es wird sich schon eine Verwendung finden…

Bei diesem Buch macht das Verschenken Freude und ich hab schon einen Mann im Kopf!

Eva Menasse – Lässliche Todsünden

Verzeiht, das März-Buch ist noch nicht zu Ende gelesen. Es gestaltet sich etwas mühsam…

Aber hier stelle ich Euch schon mal das April-Buch vor.

Menasse

 

Darauf freue ich mich wirklich.

Die Autorin ist Eva Menasse.

Diesem Namen brauch ich eigentlich gar nichts mehr hinzuzufügen.

Da aber einige LeserInnen dieses Blogs sich in der österreichischeen Szene eventuell nicht so ganz auskennen… eine österreichische Autorin – Wienerin. Ihr erster Roman „Vienna“ ist 2005 erschienen und ich habe ihn verschlungen.

„Lässliche Todsünden“ ist 2009 erschienen, gekauft habe ich das April-Buch im Juli 2011 in Leibnitz. Nein, mein Gedächtnis ist nicht so gut, aber es ist ein Pickerl der Buchhandlung Hofbauer drinnen. Damit ist meine Erinnerung an diesen Tag wieder gekommen. Es war ein schöner Sommertag, ich hatte eine Verabredung in Leibnitz am Hauptplatz und war zu früh dran. Beim Herumschlendern blieb ich an den Auslagen der Buchhandlung hängen. Da ich mich immer freue, wenn es kleine Buchhandlungen und nicht nur große Ketten gibt, ging ich hinein und kurze Zeit später mit drei Büchern wieder hinaus.

Gekauft habe ich es weil mir die Autorin bereits bekannt war und weil für mich als Theologin die sieben Todsünden ein interessantes Motiv sind – vor allem, wenn sie uns im Alltag begegnen.

Verpackt in 7 Kurzgeschichten werden uns die Todsünden präsentiert, scheinbar eingebettet in Paargeschichten, Familiengeschichten, in Beziehungen.

In einigen werden wir uns vielleicht wiederfinden…

Marisha Pessl – Die alltägliche Physik des Unglücks

Das März Buch!

Pessl

Gekauft 2008 in einer unglücklichen Phase meines Lebens, als leichte Kurlektüre, wegen der rosa Blumen vorne drauf und auch wegen des – zur unglücklichen Phase passenden – Titels. Die Inhaltsangabe kommt mir völlig fremd vor. Scheinbar hab ich die beim Kauf nicht gelesen?!

Von der Autorin hab ich vorher noch nie gehört und wie mir Wikipedia verrät, ist Marisha Pessl Amerikanerin mit einem österreichischen Vater. In den USA wurde das Buch sehr bejubelt, die deutsche Kritik liest sich nicht so gut.

Nach den beiden Frauenthemen kommt nun ein Buch über:

  • eine Vater-Tochter-Beziehung?
  • Bücher?
  • Wodka?
  • Mord?

Der Klappentext lässt vieles offen…

Zumindest hat das Buch einen Sticker drauf:

„Dieses Buch ist ein Wunder.“

Dann schau ma mal… willkommen beim leichten Lesen von fast 700 Seiten!

Und ja, irgendwie ist mir das Buch ein wenig peinlich…

 

 

Julia und Maya Onken… gelesen

Ein Briefwechsel!

Onken

Oh… und sehr privat. Ich hatte es fast vergessen. Die Bücher von Julia Onken waren immer schon sehr privat.

In 33 Briefen tauschen sich Mutter und Tochter über ihr Leben aus. Und das besteht – wie bei fast allen berufstätigen Müttern – aus Stress und aus dem Gefühl der Unzulänglichkeit.

Die eine Maya steckt mittendrin. Akademikerin mit gutem Teilzeitjob, 2 kleinen Kindern, Haushalt, Mann.

Die andere – Julia – ist die berufstätige Oma, war selbst berufstätige Alleinerzieherin von 2 Kindern.

„Warum hast Du mir nicht gesagt, was es heißt, eine Mutter zu sein?“ (Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter S 9)

Und sie jammern in den ersten Briefen vor allem über die Situation. Die Doppel- bzw. Dreifachbelastung, die patriachale Gesellschaft und die Lüge der gelungenen Emanzipation.

Dann suchen sie die Schuld bei den Männern. Maya differenziert sie in 3 Arten Jagdhunde und 2 Arten Familienhunde. Dies entbehrt nicht einer gewissen Komik und weckt durchaus auch Erinnerungen an Männer in meiner Vergangenheit…

Maya hat noch Glück. Sie hat einen Familienhund Goldversion. Das sind die, die sich um ihre Kinder wirklich kümmern, ihre Karriere zurückstecken, eine emanzipierte Frau mögen.

Immer wieder werden mit privaten Beispielen bzw. mit Beispielen aus dem Freundeskreis die Thesen beschrieben. Und es gibt tausend Geschichten, die zum Himmel schreien…

„Das Blöde ist nur, je öfter wir die Geschichten erzählen, umso wütender werden wir, und es dreht uns vor Empörung durch den Wolf, und wir laufen emotional aus dem Ruder, dann müssen wir damit rechnen, als nicht ernst zu nehmende hysterische Weiber ausgepfiffen zu werden.“ (Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter S 80)

Jetzt geht es zu den ersten Lösungsansätzen! Eine Kinderfrau! Die entlastet Mutter, Vater und Oma. Aber Maya will nicht. Die Frage, wer sich das finanziell leisten kann, wird nicht einmal erwähnt.

Oder keine Kinder mehr kriegen. Diesen Weg wählen immer mehr Frauen, vor allem immer mehr gebildete Frauen.

Unter dem Titel „Mutter-Maria-Syndrom“ wird dann kurz die Falle der Mütter diskutiert, die nicht loslassen können und in Symbiose mit ihrem Kind versinken und „Joseph-Mann mit Eigenschaften“ wird ins Spiel gebracht, dem wir irgendwann gar nichts, schon gar nicht den richtigen Umgang mit den Kindern, zutrauen.

Der Schluss, der gezogen wird?

„Liebe Helena, es gibt keine Lösung. auf alle Fälle keine allgemein gültige. Obwohl es ein kollektiver Notstand ist und ich sicher bin, dass die meisten emanzipierten Frauen so wie du und ich empfinden, gibt es nur individuelle Lösungen, und die muss jede selber finden.“ (Hilfe, ich bin eine emanzipierte Mutter S 220)

Ab Seite 229 gibt es dann zusammengefasst doch noch einige Ratschläge, Tipps, „Anti-Schrecksen-Pillen“. Insgesamt alles Binsenweisheiten, Dinge, die jede Frau weiß. Einige davon sind durchaus umsetzbar, andere hängen an finanziellen und familiären Ressourcen, die nicht jede hat.

Die große Problematik bleibt für mich aber und ließ sich zumindest in meinem Leben nie schöndenken. Das schlechte Gewissen!

Die individuelle Lösung finden, die vor den Augen der Familie, der Gesellschaft und der eigenen Kinder gutgeheißen wird, macht das Ganze wieder zu einem ganz privaten individuellen Problem.

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Wir haben keine Dörfer, keine Großfamilien mehr. Unsere Kinder können nicht mehr alleine, sich selbst überlassen, auf der Dorfstraße spielen – das ist zu gefährlich und außerdem pädagogisch sicher nicht wertvoll.

Jetzt komme ich in meinen Überlegungen auch wieder zum Anfang – dem Jammern.

Ich hab in dem Buch keine Lösungen gefunden. Es gibt Denkanstöße, die aber in meinem Hirn noch größere Lebensfragen aufgeworfen haben.

Sollen wir alle aus der Arbeits- und Karrierewelt, der Leistungsgesellschaft aussteigen?

Ist es wichtig Kinder zu haben?

Will ich meine Kinder von Kinderfrauen umsorgen lassen?

Sind flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen die Lösung?

Hätte mich ein Hausmann gerettet?

Fragen über Fragen und für jede Frau eine andere Antwort…

Achtung, der Februar ist da…

Die Weihnachtseuphorie mit Kekse backen, Geschenke kaufen, Überraschungen überlegen usw. ist vorbei.

Der Neujahrsaufschwung mit den guten Vorsätzen und den Plänen hat an Kraft verloren.

Und dann kommt der Februar.

Es ist noch kalt (wo bleibt der Frühling???), meistens ist viel Arbeit, der Urlaub ist noch weit, der stinknormale Alltag hat mich wieder.

Und jedes Jahr im Februar hab ich ein Tief. Ich kann mich zu nichts aufraffen, bin unfreundlich zu meinen Mitmenschen, versinke im Trübsal blasen… (noch mehr Details erspar ich Euch).

Seit einigen Jahren versuche ich es zu vermeiden. Ohne große Erfolge.

Und auch heuer sind wir schon mittendrin im Februar.

Irgendwas ist heuer anders (zumindest bis jetzt).

Ein kleines Tief hatte mich schon ereilt, aber dank meiner raschen Reaktion und einer damit verbundenen Reduktion meines Schilddrüsenmedikamentes hat es mich gleich wieder verlassen.

Vor 14 Tagen habe ich in einem webinar mit Elke Edlinger nochmals über meine Widerstandskraft nachgedacht und mir Tipps geholt, wie ich mich stärken kann.

Und ganz viel früher habe ich schon eine Woche Urlaub im Februar eingeplant.

Und heute?? Heute ist draußen Frühling!!!

Das gibt Hoffnung und macht Mut!!

Lasst uns im Februar ein wenig mutig sein und verrückte Dinge tun.

Diese Woche habe ich einen Ausflug nach Fürstenfeld gemacht, der noch Folgen haben wird… (mehr davon im März).

Nächste Woche mache ich …??? Für Tipps und Anregungen bin ich gerne zu haben!!

Dazu passend gibts wieder einmal ein Zitat aus meinem flow Kalender

7. Februar
7. Februar

 

Der bereitet mir nach wie vor Freude  – nicht nur an finsteren Tagen….

Virginia Woolf… gelesen Teil 2!

Tapfer habt ihr euch durchgekämpft durch Teil 1. Und heute gibt es Virginia Woolf… gelesen Teil 2!

WoolfWir leben in einer anderen Zeit. Frauen dürfen heutzutage (theoretisch?) fast alles. Viele ihrer Tätigkeiten sind geblieben und ganz viele sind hinzugekommen.

 

 

Wir waschen nicht nur das Geschirr ab und bringen die Kinder zu Bett. Die Haushaltstätigkeiten haben sich dank der Maschinen vereinfacht, angesichts der Forderungen der Gesellschaft aber erhöht. Es ist erforderlich raffiniert zu kochen, gesund zu kochen, abwechslungsreich, saisonal und regional, vegetarisch, vegan oder zumindest mit biologisch zertifizierten Lebensmitteln vom Bauernmarkt.

Die Kinder haben Allergien, brauchen täglich eine anderen Nachmittagskurs. Die Ballet-, Musik-, Sport- und Fremdsprachenstunden gehören organisiert und bezahlt. Das Patchworkleben gehört psychologisch betreut, zwei Haushalte müssen auch mal finanziert werden, die Trennungsgefühle aufgearbeitet oder unterdrückt werden. Die Kinder werden behütet und umsorgt und dadurch verwöhnt und unselbstständig, gefördert und überfordert gleichermaßen.

Beruflich soll man stets interessiert, fortbildungswillig, veränderungsbereit, flexibel und hochmotiviert sein. Dabei gut aussehen, mit vierzig mindestens einen Marathon absolviert haben und morgens schon mit 20 Sonnengrüßen in den Tag starten.

Nebenbei soll man sich auch Zeit für sich nehmen, lesen, reisen, interessiert sein an Kunst und Kultur, politisch auf der richtigen Seite aktiv sein und sich für seine Mitmenschen einsetzen. Und bloggen, handarbeiten, backen will zumindest ich auch noch.

Das Leben ist so reichhaltig und vielfältig geworden. Die Anstrengungen sind groß und die Ablenkungsmöglichkeiten auch.

Und das alles betrifft noch nicht einmal den Alltag aller Frauen in Österreich. Von den wahren Existenzängsten bin ich momentan verschont. Kein kranker Familienangehöriger, der gepflegt werden muss. Keine Arbeitslosigkeit, keine Delogierung, keine Suchtproblematik im engsten Familienkreis. Keine Angst nichts mehr zu essen zu haben oder im kalten Zimmer zu sitzen. Das Auto ist nicht kaputt und das Backrohr neu.

Und wir leben in Österreich! Kein Krieg in unserem Land, keine Peitschenhiebe auf freie Meinungsäußerungen, keine Beschneidung und Massenvergewaltigungen von Frauen.

Würden wir uns mit einem fixem Monatseinkommen in unser eigenes Zimmer setzen und ein Buch schreiben? Oder würden wir mit dem Einkommen was anderes anfangen?

Ist uns die eigene geistige Freiheit noch etwas wert?

Würde ich das Zimmer nicht zuerst renovieren, hübsch einrichten und dekorieren und dann auf dem Blog präsentieren? Und dann wieder umdekorieren und wieder darüber bloggen?

Was sagt mir dieser Trend der vielen blogs über DIY, Häkeln, Stricken, Backen und Kochen über die Frauen, über unsere Welt, über unsere geistige Freiheit?

Ist das eine Flucht in eine Welt, in der es nur mehr darum geht, Frieden zu schaffen, anderen Menschen Freude und Genuss zu bereiten? Auf facebook hat unlängst jemand aufgefordert, alle sollen Brücken und Laternenmasten mit bunten Farben umhäkeln, dann wäre die Welt bunt und schön und niemand hätte Zeit, Krieg zu führen.

Ist geistige Freiheit in unserer Zeit und in unserem Land immer noch eine Frage der materiellen Dinge?

Führt geistige Freiheit zum Nachdenken?

Führt Nachdenken nur mehr in das Gefühl von Ohnmacht und Machtlosigkeit?

Ist geistige Freiheit schädlich für die geistige Gesundheit?

Ist materieller Wohlstand Gift für die geistige Freiheit?

Flüchten wir ein bißchen weniger in unsere Privatheit, in das Betrachten der kleinen Glücksmomente im Alltag, in die bunten Häkelgarne, in die schönen Fotos der Kuchen und Kekse.

Flüchten wir mehr in die verborgenen Windungen unseres Hirns und suchen dort nach der geistigen Freiheit!

Und vielleicht denke ich dann einmal in Teil 3 – 100 über den androgynen Geist nach…

Teil 1 findet ihr ürigens hier!

Virginia Woolf… gelesen Teil 1!

Das erste Buch des Jahres 2015  habe ich fertig gelesen.

WoolfVoll mit Erwartungen, die sich nur aus dem Titel ergaben (ihr erinnert euch an den ersten Beitrag zu diesem Buch), aber ansonsten völlig ahnungslos habe ich begonnen zu lesen.

 

Und war gleich mal verwirrt. Ich gestehe, ich habe einen Roman erwartet. Was ich bekam? Eine Flut an Gedanken, die wiederum eigene Gedanken in mir auslösten. Es geht um Frauen und Literatur, die Ausbildungsmöglichkeiten, die vorhandenen Werke und Meinungen, die Geschichtsschreibung, die Schaffensmöglichkeiten von Künstlerinnen, die Art des Schreibens und Lesens, den androgynen Geist und immer wieder um die geistige Freiheit und die materiellen Dinge.

In sechs Kapitel gegliedert, greift VW (und damit ist keine Automarke gemeint) unterschiedlichste Fragen auf.

Im ersten Kapitel geht es um die Chancen von Männern und Frauen, die Gelegenheiten die Männer haben und Frauen nicht haben dürfen. Frauen durften sehr lange kein eigenes Geld haben. Nicht einmal erben durften sie Geld. Sie durften keine Universitätsbibliothek betreten ohne Empfehlungsschreiben. Sie durften im Haus sein und viele Kinder kriegen.

„Jedenfalls, wenn ein Thema höchst umstritten ist – und jede Frage zum Thema Geschlecht ist das – kann man nicht hoffen, die Warheit zu sagen. Man kann nur zeigen, wie man zu seiner Menung gelangt ist, welche es auch sei. Man kann seinen Zuhörerinnen nur die Gelegenheit geben, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen, während sie die Grenzen, die Vorurteile, die Abneigungen der Rednerin wahrnehmen.“ (VW, Ein eigenes Zimmer S 8)

Über ihr Studium der Literatur über Frauen berichtet VW im zweiten Kapitel.  Diese ist vorwiegend von Männern geschrieben – Frauen hatten ja auch fast keine Gelegenheit zu schreiben. Es wird viel geschrieben über Frauen und sie entdeckt unter M wie Männer eine Leere. Darüber wird nicht viel geschrieben. Die Literatur über Frauen ist sehr oft geprägt davon, dass auf der Unterlegenheit der Frau beharrt wird.

„Ohne Selbstvertrauen sind wir wie Neugeborene in der Wiege. Und wie können wir diese unwägbare Eigenschaft, die dennoch so unschätzbar ist, möglichst schnell erwerben? Durch die Überzeugung, dass andere Menschen einem unterlegen sind.“ (VW, Ein eigenes Zimmer S 37)

Sie entdeckt im dritten Kapitel, dass Frauen in der Geschichtsschreibung so gut wie gar nicht vorkamen.Und sie überlegt, ob Shakespare als Frau berühmt geworden wäre. All der Geist und das Genie hätten ihr nichts genützt – sie hätte es nicht nutzen dürfen. Sie fragt sich auch, ob wir solchen weiblichen Genies auf der Spur sind, wenn wir von Hexenverbrennungen lesen. Frauen wurden nicht ermuntert Künstlerinnen zu werden, im Gegenteil, sie wurden für ihre Versuche brüskiert, beschimpft und abgekanzelt.

„Die Geschichte des Widerstandes der Männer gegen die Emanzipation der Frauen ist vielleicht interessanter als die Geschichte dieser Emanzipation selbst.“ (VW, Ein eigenes Zimmer S 56)

Kleine aktuelle Anmerkung: Wenn man nach bedeutenden verstorben Persönlichkeiten 2014 sucht, erhält man eine Liste mit 65 Namen. Acht davon sind weiblich. Sollte ich also hier besser schreiben: In der Geschichtsschreibung kommen Frauen so gut wie gar nicht vor.

Im vierten und fünften Kapitel untersucht sie das Schreiben der wenigen Frauen. Wie darf, soll, muss weibliches Schreiben sein? Sie beurteilt, wägt ab und sie schätzt wert. Auch die weniger wertvollen Bücher werden geschätzt, da VW in Meisterwerken viele Jahre gemeinsamen Denkens sieht und keine einzelnen Erzeugnisse.

„Am Ende des 18. Jahrhunderts vollzog sich ein Wandel, den ich, wenn ich die Geschichte neu schriebe, in größerer Ausführlichkeit behandeln und für wichtiger erachten würde als die Kreuzzüge oder die Rosenkriege. Die Frau aus dem Mittelstand begann zu schreiben.“ (VW, Ein eigenes Zimmer S 65)

In diesen Kapiteln stellt sich mir die Frage, wie ich lese? Wie fühle ich ein Buch? Wie bewerte ich ein Buch? Welche Pflicht habe ich als Leserin? Kann man es überhaupt noch wagen zu schreiben? Ein Buch zu schreiben? Welche Pflichten hat man als Autorin?

Der androgyne Geist prägt das sechste Kapitel. VW überlegt, was ein androgyner Geist sei und ob es die wahre Kunst ist, androgyn zu schreiben.  Sie empfindet ihr Zeitalter als durchdringend geschlechtsbewußt und empfindet dies als Hemmung für die Literatur.

„Es ist tödlich, ein Mann oder eine Frau und nichts als das zu sein; man muss weiblich-männlich oder männlich-weilblich sein. … Es hört auf, fruchtbar zu sein. … Eine Art Zusammenarbeit muss zwischen der Frau und dem Mann im Geist stattfinden, ehe die Kunst der Schöpfung vollbracht werden kann.“ (VW, Ein eigenes Zimmer S 102)

Und sie fragt sich immer wieder, welche Wirkung Armut auf die Literatur hat. Ein armer Dichter hat nicht den Hauch einer Chance.

„Die geistige Freiheit hängt von den materiellen Dingen ab.“ (VW, Ein eigenes Zimmer S 106)

„Ich glaube fest, dass diese Dichterin, die nie ein Wort schrieb und an einem Kreuzweg begraben wurde, immer noch lebt. Sie lebt in Ihnen und in mir, und in vielen anderen Frauen, die heute abend nicht hier sind, denn sie waschen das Geschirr ab und bringen die Kinder zu Bett. (VW, Ein eigenes Zimmer S 111)

Und? Seit ihr mir bis hierher gefolgt?

Ich gebe zu, es war heut ein wenig mühsam. Der Versuch einen Einblick in das Buch zu geben und mir wichtige Passagen zu zitieren, ist ausbaufähig – ich weiß nur noch nicht wie.

Aber zu vieles ist noch nicht gedacht…

Darum gibt es bald Virginia Woolf… gelesen Teil 2!

 

Tag für Tag…

Habt ihr auch ein Jahresmotto??

Ich hab immer eines. Im vorigen Jahr und auch heuer wieder kommt es von karindrawings. Die habe ich Euch hier schon mal vorgestellt und sie begeistert mich immer wieder.

Jahresmotto
Jahresmotto

 

Aber ich hab nicht nur ein Jahresmotto, ich hab auch einen „one-quote-a-day-calendar 2015„.

 

Kalenderf

 

Der wird von der Zeitschrift Flow herausgegeben. Die ist ein wenig esoterisch, beschäftigt sich mit gutem Leben, mit positiver Psychologie, mit Kreativität, hat viele schöne Bilder und noch viele andere Sachen mehr. Ich hab sie erst einmal gekauft (ist auch schweineteuer), aber der Kalender hat mir so gut gefallen, dass ich ihn mir bestellt habe.

Und nun erfreut er mich jeden Tag, bringt mich kurz zum Nachdenken, erheitert mich, stimmt mich fröhlich, lässt mich einhalten in meinem Hamsterrad.

Der Montag hat eingeladen zum Malen (für alle, die die Welt nicht schwarz-weiß haben wollen) und zum Planen des nächsten Tages.

 

0105_1

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Und nachdem der nächste Tag ein Feiertag war und nichts zu planen war, habe ich das Bild am Feiertag genutzt, um es am heutigen ersten Arbeitstag gut zu haben.

 

Und ich hab geplant, Euch das eine oder andere Bild oder Zitat noch unterzujubeln im Lauf des Jahres…